
Weltweit spielt Sommerraps eine bedeutendere Rolle als Winterraps. Hauptanbauregionen sind Südostasien (China) und Nordamerika (Kanada), aber auch in Australien und Südamerika wird Sommerraps angebaut.
In Europa spielt Winterraps die entscheidende Rolle. Größere Sommerraps– Anbauflächen finden sich in Schottland, Schweden und den Baltischen Staaten bis nach Polen hinein. Im kleineren Umfang wird Sommerraps auch in den Regionen Südeuropas angebaut, wo ein mildes Winterklima den Anbau von Winterraps nicht zulässt. Denn Winterraps benötigt zum blühen und damit zur Ertragsbildung einen ausreichenden Kältereiz, die sogenannte Vernalisation.
Sommerraps hingegen benötigt zur Entwicklung keine Vernalisation, ist dafür allerdings auch nicht winterhart. In Mitteleuropa spielt Sommerraps eine untergeordnete Rolle und wird meist als "Lückenbüßer" z.B. nach stärkeren Auswinterungen genutzt.
Sommerraps ist der Vorreiter für die moderne Rapszüchtung. Bedeutende Züchtungsfortschritte wurden zunächst im Sommerraps erzielt und dann auf den Winterraps übertragen. Mit der ersten Erucasäurefreien Sommerrapssorte „Oro“ wurde 1968 der Einsatz von Rapsöl für die menschliche Ernäh-rung in größerem Umfang erst möglich.
Wie im Winterraps, so existiert auch im Sommerraps ein vielfältiges Sorten-spektrum von Linien und Hybriden. Neben der mittlerweile standardmäßigen 00-Qualität gibt es weitere Typen mit anderen für Industrie und Ernährung interessanten Fettsäuremustern wie z.B. höhere Gehalte an Erucasäure, Laurinsäure oder niedrige Gehalte an Linolensäure.
Darüber hinaus verfügen insbesondere in Kanada viele der zugelassenen Sommerrapssorten über konventionell oder gentechnisch gezüchtete Herbizid-Resistenzen. In Europa hingegen werden zur Zeit ausschließlich konventionell gezüchtete Sommer- und Winterrapssorten angebaut.







