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Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Erntesysteme:
- Schwaddrusch mit Pick-up
- Mähdrusch mit Rapsschneidwerk
Schwaddrusch:
Durch Nachreife im Schwad wird erreicht, dass alle Samen beim Dreschen gleichzeitig reif sind. Der Schwaddrusch hat aufgrund der höheren Verfahrenskosten zugunsten des Mähdrusches stark abgenommen. Nur in besonders windreichen Gebieten, z.B. Küstenlagen, behält der Schwaddrusch seine Bedeutung. Vorteile bringt er auch in ungleichmäßigen Beständen, z.B. an Wäldern, in Gründen oder bei starker Verunkrautung. Im Gegensatz zur Sommerraps-Ernte, wo der Schwaddrusch überwiegend zur Verkürzung der Reifezeit angewandt wird, spielt dieses Argument im Winterrapsanbau keine Rolle. Daher ist der Schwaddrusch in Winterraps heute bis auf einzelne Regionen nahezu unbedeutend geworden. Das Schwadlegen sollte erst zum Zeitpunkt der Braunverfärbung der Samen erfolgen, der Wassergehalt der Samen liegt dann um 30%. Der früheste Zeitpunkt ist die Gelbreife, wenn die Samen eine schwachgelbliche Färbung und rotbraune Backen bekommen und beim Zerreiben nicht mehr in zwei Hälften zerfallen. Frühe Schwadtermine bringen deutliche Ertragsverluste mit sich. Das TKG erreicht erst zum Zeitpunkt der Mähdruschreife seinen Höchstwert, Schwadlegen bedeutet immer etwas Verzicht auf natürlichen Ertragszuwachs. Der späteste Termin ist erreicht, wenn sich die Körner bräunlich-rot verfärben und schwarze Backen bekommen. Das Schwad soll auf möglichst hohen Stoppeln (20-30 cm) bodenfrei lagern. Die Trocknungs- und Nachreifezeit beträgt bei günstigem Wetter 6 bis 10 Tage. Das Schwad sollte mit einer Pick-up aufgenommen werden. Das Unterfahren des Schwades mit Ährenhebern am Mähmesser gelingt nur bei gleichmäßig hoher Stoppel und birgt die Gefahr stärkerer Verluste.
Mähdrusch:
Der Mähdrusch von Raps ist heute das Standardverfahren. Dabei werden in der Regel sowohl Seitenmesser als auch Schneidwerksverlängerungen eingesetzt, wodurch die Ernteverluste um bis zu 90% gesenkt werden können. Die Verlängerung sorgt dafür, dass die Rapsschoten bereits auf dem Tisch liegen, wenn der Stängel von der Einzugsschnecke bewegt wird. Je länger der Raps ist, desto eher trifft dies zu. Hier spielt natürlich auch die Stoppelhöhe eine große Rolle. Die meisten Verluste treten im Bereich der Seitenmesser auf. Zumindest eine Seite sollte mit einem leicht nach hinten geneigten Messer ausgerüstet sein.
Zur Verminderung von Verlusten muss die Haspeldrehzahl beim Mähdrusch möglichst niedrig gewählt werden, bei gleichzeitig zügiger Fahrt. Gegenüber dem Schwaddrusch werden im Mähdrusch durch die längere, natürliche Abreife ca. 1-2% höhere Ölgehalte und - bei konsequenter Vermeidung von Ernteverlusten - auch Mehrerträge erreicht. Der Erntetermin ist schwierig zu bestimmen und wird meist zu früh angesetzt. Denn Raps weist nicht nur eine Blühphase von etwa 3 bis 4 Wochen auf, sondern reift auch dementsprechend etwas zeitversetzt ab.
Der optimale Reifetermin ist erreicht, wenn am Haupttrieb bereits die ersten Schoten aufplatzen. Dann sind auch an unteren Seitentrieben spätere Schoten nachgereift, und auch der Stängel ist weiter ausgetrocknet. Die Druschreife ist ab ca. 12-13% Feuchte erreicht. Da der Raps aber erst mit 8-9% lagerfähig ist, sind damit Trocknungskosten verbunden. Niedrigere Feuchten senken zwar die Trocknungskosten, erhöhen allerdings das Ausfallrisiko. Während des Druschvorganges kann durch grüne Stängel und durch stärkeren Unkrautbesatz (Kamille!) eine Wiederbefeuchtung der Samen von 2-5% erfolgen. Daher und auch zur Leistungssteigerung der Maschine sollte die Schnitthöhe möglichst hoch gewählt werden.

- Mähdreschereinstellung bei Raps
Vorteile des Mähdrusches
- höherer Ertrag durch geringere Verluste
- Wegfall eines Arbeitsganges
- nach Regen trocknet der Raps auf dem Halm schneller ab
Nachteile des Mähdrusches
- Erntetermin ca. 1 Woche später, dadurch verstärkte Arbeitsspitze, unter Umständen Reifezeitüberschneidungen mit Weizen
- Der Raps ist durch ungleichmäßige Abreife 3-4% feuchter und unsauberer, spezielles Schneidwerk erforderlich
- Ausfallgefahr bei stehendem Raps durch Wind







